May 7th, 2006
Heils-Armee für geistig arme?
Daheim ist’s doch am schönsten. Das denken sich wohl viele, und ja, warum denn auch nicht.
Für viele ist daheim das Deutsche und das ist ja, wie man weiß, zutiefst von Ambivalenz geprägt, zwischen Hochkultur und Barbarei. Es ist Literatur und Musik. Und es ist das hirnlose Brüllen der KZ-Wächter und -innen.
Weshalb sich auch heute noch viel zu viele für die Verlierer-Truppe entscheiden müssen, ist mir bis jetzt nicht klar geworden.
Heil. Das hieße ja wohl glückliche Hand? Nein, die nicht:
Aufwachen, ihr braunen Recken! Eure „Helden“ haben verloren, von strategischer Meisterleistung keine Spur. Die Ursache für das eigene Versagen bei anderen zu suchen, seien es die Juden, Ausländer oder – Gott bewahre – denkende Menschen, ist ziemlich ärmlich. Das könnt sogar ihr besser.
“Ich möchte meine kurzen Worte mit einem Gruß beenden, der wirklich unser alter Gruß ist, nicht das ‘Glück auf’ von heute, nein, ich grüße euch alle mit einem kräftigen ‘Heil’ für die Zukunft” grunzt es da beim FPÖ Landesparteitag.
Heil? Volkstreu?
Kommen jetzt endlich zweisprachige Tafeln im schönen Kärtnerland? Bitte, bitte, es würde ja auch Zeit!!!
Strache, dieser wunderbare Poet der Anständigen, relativiert aber gleich und bringt uns zurück auf den erdigen Boden: “Nein, er spielt darauf an, dass heute in unserer Medienlandschaft und vom politischen Mitbewerber immer Worte und Begrifflichkeiten auf diese eine Zeit, die wir ablehnen, reduziert werden. Genau das ist ja der Irrtum, der heute betrieben wird.”
Ja genau, die Zeit lehnt ihr ab. An Misserfolge erinnert man sich ja auch nicht gerne, noch dazu am Gedenktag der Befreiung des KZ Mauthausen.
We got the point.
Jede Unverschämtheit vor der wir uns bücken schwächt unser Kostbarstes, unser Rückgrat. Wenn wir uns fürchten oder beigeben, so sind wir selbst mit schuld. Oder wie Fellini einmal sagte „Meine Lehre aus der Faschismus-Ära ist die, dass ich jede Art von Ideen, die sich auf griffige Formeln reduzieren lassen, zutiefst verabscheue. Mein Engagement beschränkt sich auf die Dinge, die ich tue.“
Damit hatte er wohl sehr Recht.
Wir empfehlen:
La Vita È Bella (Das Leben ist schön)
Roberto Begnini, I 1998, 124 Min